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11.12.2017

Zwischen Mörtel und Metall Rekordpraktikanten bei zwei Betrieben in der Region Heilbronn-Franken

Zur Berufsorientierung absolvieren Schüler im Schnitt ein bis zwei Praktika. Der 20-jährigen Charlotte, genannt Charly, aus Flensburg und dem 19-jährigen Marvin aus Hamburg ist das zu wenig: Sie wagen den Rekord: 44 Berufe im Handwerk ausprobieren. Für das 38. und 39. Praktikum auf ihrer 5.800 Kilometer langen Tour durch Deutschland waren die „Rekordpraktikanten“ im Kammerbezirk Heilbronn-Franken unterwegs.


Bild: Sebastian Lachowitzer zeigte den Rekordpraktikanten Charlotte und Marvin (v.l.) wie man eine Tragwand mauert. Der Betrieb in Eppingen war die 38. Station auf dem Roadtrip der beiden durch das Handwerk. 

Lust auf das Handwerk

Die erste Station ist die Lachowitzer Bau GmbH in Eppingen. Hier lernen die beiden zwei Tage lang den Beruf des Hochbaufacharbeiters kennen. Juniorchef Sebastian Lachowitzer zeigt Charly und Marvin auf der Baustelle die ersten Handgriffe. „Derzeit haben wir leider keinen Auszubildenden“, bedauert der Maurermeister. Die Aktion sieht er als Chance, um Nachwuchs zu werben. Die Rekordpraktikanten, mit denen er auf der Baustelle eine Tragwand mauert, würde er „beide sofort einstellen.“ Charly und Marvin sind da zurückhaltender. „Nach nur zwei Tagen ist es schwer zu sagen, ob der Beruf wirklich passt“, sagt Marvin. „Wir wollen vor allem Lust auf das Handwerk machen“, ergänzt Charly. Gut gefallen haben ihr aber die Ausrüstungskisten, die der Betrieb für seine Praktikanten vorbereitet. Darin befinden sich beispielsweise notwendige Schutzausrüstung und Werkzeug. „Das blieb früher gerne mal auf den Baustellen liegen. Mit den Kisten fühlen sich die Praktikanten aber mehr für ihr Material verantwortlich“, erzählt Sebastian Lachowitzer. Auf der eigenen Facebook Seite des Betriebes gibt er auch gerne Einblicke, wenn „normale“ Praktikanten mit auf der Baustelle sind.

Leidenschaft für Musik

In Schrozberg probieren sich Charlotte und Marvin in der Meisterwerkstatt von Klaus Martens als Metallblasinstrumentenmacher. Insgesamt sechs Auszubildende haben im Betrieb von Martens bereits ihr Handwerk gelernt – darunter auch Bundessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. „Wir haben immer mal Praktikanten da. Warum also nicht auch Rekordpraktikanten?“, sagt Klaus Martens. Eine Skulptur aus alten Instrumenten als Übung fürs Löten ist den beiden schon ganz gut gelungen. Um bei Martens eine Ausbildung zu machen, fehlt Charlotte und Marvin aber eine wichtige Voraussetzung. „Ich lege schon wert darauf, dass man auch eines der Instrumente spielen kann“, betont er. Damit können Charly und Marvin leider nicht punkten. Auch wenn sie sich bei der ersten Probe mit Tuba und Flügelhorn gar nicht so schlecht anstellen. Mithalten mit Martens können sie freilich nicht: „Ich kann jedes der Instrumente, die wir hier reparieren und bauen, auch spielen“, erklärt er. Die Begeisterung für die Musik sieht er als eine der Grundvoraussetzungen für seinen Beruf. Dazu braucht es auch handwerkliches Geschick. „Junge Leute mit Leidenschaft, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen“, fasst es Klaus Martens zusammen.

Die Rekordpraktikanten

Seit Anfang August sind Charlotte und Marvin als „Die Rekordpraktikanten“ im Auftrag der Imagekampagne des Deutschen Handwerks quer durch Deutschland unterwegs und entdecken etwa alle drei Tage einen neuen Betrieb an einem neuen Ort. Damit auch andere Jugendliche von ihren Erfahrungen profitieren, geben die beiden auf ihrem Facebook- und Instagram-Kanal täglich authentische Einblicke in die Welt des Handwerks.

Weitere Informationen:
www.handwerk.de/rekordpraktikanten
www.facebook.com/dierekordpraktikanten
www.instagram.com/dierekordpraktikanten

Quelle: Handwerkskammer Heilbronn-Franken